'Räumliche Praxis' steht für eine Architektur, die analytisch, sorgfältig, verantwortungsvoll und emphatisch mit und am Vorgefundenen arbeitet. Sie entfaltet sich in der Auseinandersetzung mit konkreten Situationen und den Beziehungen zwischen räumlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen sowie den Interessen unterschiedlicher Akteur:innen. Ausgehend von Visionen, Bedürfnissen und Kontroversen wird nach einer Angemessenheit gesucht, die Anforderungen, Anliegen und Notwendigkeiten in tragfähige Konzepte, Programmatiken, Narrative und schließlich in Architektur, Raum und Atmosphären übersetzt.
zweikant architekturen ist eine Plattform für die kooperative, inter- und transdisziplinäre Entwicklung räumlicher Strategien, Konzepte und Projekte. Mit wechselnden, projektspezifischen Teams entstehen in strukturierten, diskursiven Prozessen Arbeiten in den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Ausstellung und Vermittlung.
Bestehende räumliche, soziale und kulturelle Gegebenheiten, Gefüge und Beziehungen bilden die Grundlage: Deren Qualitäten werden zum Material einer Fortschreibung, Umschreibung oder Neuinterpretation. Vorhandene „Talente“, Stärken und Potenziale werden gesucht, gelesen und gewürdigt; Die Bedeutung dessen, was vorhanden ist, entsteht im transformativen Prozess neu oder wird neu lesbar gemacht.
Die Projekte Lindower 18 und Elli sind exemplarische Umsetzungen dieser Haltung im Bereich Gewerbe und Wohnen; die Ausstellungen Gewalt und Geschlecht sowie die Dauerausstellung auf Schloss Burg zeigen dies beispielhaft im Kontext von Vermittlung. Diese Projekte entstanden in Kooperation mit Holzer Kobler Architekturen.
WINNER! Bildungs- und Erinnerungsort am Checkpoint Charlie, mit A24/Landschaft und Holzer Kobler Architekturen.
dauerausstellung Schloss burg
Schloss Burg ist zugleich Ausstellungsort und Exponat. Die Neukonzeption der Dauerausstellung begreift die Heterogenität des historischen Bestands als besondere Qualität. Unterschiedliche Räume, Bauphasen und historische Schichten bilden die Grundlage einer Ausstellungsarchitektur, die Architektur, Objekte und Erzählungen zu einer räumlichen Dramaturgie verbindet. Der historische Bestand wird dabei selbst zum Medium der Vermittlung.
Die beiden Ausstellungsteile folgen unterschiedlichen Ansätzen: Während der Bergfried Geschichte als sinnliche Erfahrung und interaktive Entdeckungsreise vermittelt, eröffnet der Palas Räume für die kritische Auseinandersetzung mit historischen Zusammenhängen und unterschiedlichen Perspektiven.
Die Ausstellung erweitert dabei bewusst den Blick auf Geschichte: Neben den prägenden politischen, gesellschaftlichen und militärischen Ereignissen werden die Lebenswelten jener sichtbar, die in historischen Erzählungen häufig marginalisiert bleiben – insbesondere Frauen, aber auch andere bislang wenig beachtete Akteur:innen. So entsteht ein vielstimmiges Geschichtsbild, das Vergangenheit nicht als abgeschlossene Erzählung versteht, sondern als Grundlage für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart - wie ein ferner Spiegel.