tanja kullack

lesen. verhandeln. transformieren.

'Räumliche Praxis' steht für eine Architektur, die analytisch, sorgfältig, verantwortungsvoll und emphatisch mit und am Vorgefundenen arbeitet. Sie entfaltet sich in der Auseinandersetzung mit konkreten Situationen und den Beziehungen zwischen räumlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen sowie den Interessen unterschiedlicher Akteur:innen. Ausgehend von Visionen, Bedürfnissen und Kontroversen wird nach einer Angemessenheit gesucht, die Anforderungen, Anliegen und Notwendigkeiten in tragfähige Konzepte, Programmatiken, Narrative und schließlich in Architektur, Raum und Atmosphären übersetzt.

zweikant architekturen ist eine Plattform für die kooperative, inter- und transdisziplinäre Entwicklung räumlicher Strategien, Konzepte und Projekte. Mit wechselnden, projektspezifischen Teams entstehen in strukturierten, diskursiven Prozessen Arbeiten in den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Ausstellung und Vermittlung.

Bestehende räumliche, soziale und kulturelle Gegebenheiten, Gefüge und Beziehungen bilden die Grundlage: Deren Qualitäten werden zum Material einer Fortschreibung, Umschreibung oder Neuinterpretation. Vorhandene „Talente“, Stärken und Potenziale werden gesucht, gelesen und gewürdigt; Die Bedeutung dessen, was vorhanden ist, entsteht im transformativen Prozess neu oder wird neu lesbar gemacht.

Die Projekte Lindower 18 und Elli sind exemplarische Umsetzungen dieser Haltung im Bereich Gewerbe und Wohnen; die Ausstellungen Gewalt und Geschlecht sowie die Dauerausstellung auf Schloss Burg zeigen dies beispielhaft im Kontext von Vermittlung. Diese Projekte entstanden in Kooperation mit Holzer Kobler Architekturen.

WINNER! Bildungs- und Erinnerungsort am Checkpoint Charlie, mit A24/Landschaft und Holzer Kobler Architekturen.

elli

ELLI untersucht das Potenzial innerstädtischer Nachverdichtung am Beispiel einer bislang gewerblich genutzten Hoffläche. Elli ergänzt das Bestandsgebäude um einen präzise gesetzten Neubau und erweitert die vorhandene Nutzung um Wohnen, Arbeiten und gemeinschaftliche Aneignung. Auf minimaler Grundfläche entsteht ein Prototyp für innerstädtisches Wohnen und Arbeiten. Es zeigt, wie durch minimale Eingriffe neue Programme entstehen können, ohne die Qualitäten des Bestands zu verdrängen. darunter verbindet ein zweigeschossiges, stützenfreies Atelier den Neubau mit dem bestehenden Gewerbehof und schafft einen zusätzlichen multifunktionalen Raum.

Die räumliche Qualität entsteht nicht aus Grösse, sondern aus der intelligenten Überlagerung unterschiedlicher Programme und ihrer langfristigen Anpassungsfähigkeit. Wohnhaus, Atelier und bestehende Büroräume bilden ein flexibles räumliches Gefüge, das sich veränderten Lebens- und Arbeitsformen ebenso anpassen kann wie unterschiedlichen Eigentums- und Nutzungskonstellationen. Nachhaltigkeit wird hier nicht allein materiell verstanden, sondern als Fähigkeit eines Gebäudes, Veränderungen aufzunehmen.

Vorgefertigte Betonelemente bestimmen Konstruktion, Materialität und Atmosphäre zugleich. Ihre robuste, unbehandelte Oberfläche prägt Innen- und Aussenraum gleichermassen und reduziert den Ausbau auf das Notwendige. Die architektonische Sprache folgt dabei einer Haltung der Angemessenheit: präzise, ressourcenschonend und dauerhaft.

location: zurich
typologie: wohnen
status: abgeschlossen
kooperation: Holzer Kobler Architekturen
credits © Radek Brunecky