tanja kullack

die Gestaltung von Bedingungen

'Strategie' ist als Werkzeug zur Gestaltung der Bedingungen zu verstehen, unter denen Architektur entstehen, vermittelt und wirksam werden kann. Dazu gehören kommunikative, organisatorische, institutionelle, soziale und politische Gegebenheiten ebenso wie Formen der Beteiligung, Vermittlung und des Diskurses. Der strategische Ansatz setzt bereits in der Phase 0 – vor der eigentlichen Projektentwicklung – ein, wirkt kontinuierlich weiter und begleitet Projekte über ihre Realisierung hinaus.

Architektur ist die Manifestation komplexer Prozesse, in denen Kommunikation, Organisation, Beteiligung und Vermittlung ebenso wirksam sind wie der Entwurf selbst. Architektur erschöpft sich nicht im gebauten Objekt.

Die Erfahrung aus räumlicher Praxis, strategischer Prozessentwicklung sowie Lehre und Forschung bildet die Grundlage dieser Arbeit. Mit der gemeinsam gegründeten i.e. agency for design and communication entwickeln und begleiten Barbara Holzer und Tanja Kullack Planungs- und Transformationsprozesse in Kulturinstitutionen, Stadtentwicklung, Hochschulen sowie Industrie und Gewerbe.

Sie analysieren Ausgangslagen, machen unterschiedliche Interessen, Potenziale und Kontroversen sichtbar, kuratieren dialogische Prozesse und entwickeln strategische Grundlagen für Beteiligung, Vermittlung, Publikationen und diskursive Formate. Ziel ist nicht die Optimierung bestehender Abläufe, sondern die Suche nach einer Angemessenheit, die komplexen Bedingungen gerecht wird.

Bedingung dieser strategischen Praxis ist die Überzeugung, dass Architektur Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung, gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse und einer bewussten Haltung ist. Ihre Relevanz entfaltet sich in den Prozessen ihrer Entstehung, Aneignung und Nutzung ebenso wie im gebauten Ergebnis. Demokratische Prinzipien werden deshalb als integraler Bestandteil strategischer und gestalterischer Prozesse verstanden, um Selbstwirksamkeit, Mitverantwortung und Teilhabe zu fördern. Ablesbar wird dies beispielhaft im Machbarkeitsverfahren für das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen.

WINNER! Bildungs- und Erinnerungsort am Checkpoint Charlie, mit A24/Landschaft und Holzer Kobler Architekturen.

phase 0

Für das Museum zu Allerheiligen Schaffhausen entwickelte i.e. agency im Rahmen einer zweistufigen Machbarkeitsstudie die strategischen Grundlagen für die inhaltliche und räumliche Neukonzeption eines Universalmuseums. Ausgangspunkt war ein mehrstufiges Prozessdesign mit Workshops, Dialogformaten und systematischen Analysen.

Unterschiedliche Perspektiven, Interessen und teilweise kontroverse Zielvorstellungen wurden dabei nicht aufgelöst, sondern in produktive Konstellationen überführt, in denen die spezifischen Talente, Qualitäten und Beziehungen des Hauses sichtbar wurden. Aus dieser gemeinsamen Lesung des Bestehenden entwickelte sich schrittweise ein strategischer Orientierungsrahmen, der das Museum als zusammenhängendes Gefüge aus Sammlungen, Vermittlung, Organisation und Raum versteht.

Ziel war nicht die Vereinheitlichung unterschiedlicher Positionen, sondern die Entwicklung einer dem Ort, der Institution und ihren Akteur:innen angemessenen Zukunftsperspektive.

skizze innenhof
skizze innenhof
skizze ansicht
skizze eingang