Erkenntnisproduktion
Die 'Lehre' ist ein lernendes System. Lehre ist die kooperative Aneignung von Wissen, sie gibt keine Antworten, sondern befähigt dazu, relevante Fragen zu stellen. Sie begleitet ergebnisoffene Prozesse, eröffnet Perspektiven und schafft Räume, in denen neue Verbindungen sichtbar werden. Entwerfen ist dabei nicht die Suche nach einer richtigen Lösung, sondern ein gemeinsamer Erkenntnisprozess, der Analyse, Imagination und kritisches Denken miteinander verbindet.
Architektur entsteht im Spannungsfeld unterschiedlicher Disziplinen, Perspektiven und Erfahrungen. Lehre reagiert auf diese Komplexität mit kollaborativen, inter- und transdisziplinären Arbeitsformen, in denen Hierarchien hinterfragt, Expertisen geteilt und Verantwortung gemeinsam übernommen werden. Architektur wird dabei als diskursive Praxis verstanden, deren Qualität aus Austausch, Kontroverse und der Bereitschaft entsteht, Positionen immer wieder zu überprüfen.
Im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an der Peter Behrens School of Arts entwickeln Tanja Kullack und Barbara Holzer das kuratierte Studium als ein inter- und transdisziplinäres Stadt-Raum-(Real)Labor. Gemeinsam mit Studierenden sowie hochschulinternen und externen Expert:innen werden dort gesellschaftliche Fragestellungen erforscht und neue Formen architektonischer Praxis, Partizipation sowie Lehr- und Lernformate kontinuierlich weiterentwickelt. Das kuratierte Studium versteht sich dabei als Experimentierraum und zugleich als lernendes System.
Ausgangspunkt der Lehre ist die Überzeugung, dass Architektur gesellschaftliche, ökologische und politische Verantwortung übernimmt. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer eigenständigen, verantwortungsvollen und empathischen Haltung. Ziel ist die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und gemeinsam in angemessene räumliche Strategien zu übersetzen.
NEWS
das kuratierte studio im wintersemester 26.27 hat begonnen: destroy, she says.