Das kuratierte Studium
Das kuratierte Studium versteht Lehre als Stadt-Raum-(Real)Labor, als experimentelle Infrastruktur und als lernendes System für architektonische Erkenntnisproduktion. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Entwickeln relevanter Fragestellungen, Methoden und räumlicher Strategien, durch die Wissen im Prozess des Forschens, Entwerfens und Austauschs entsteht.
Kuratieren bedeutet, Themen, Akteur:innen, Expertisen und Maßstäbe so miteinander in Beziehung zu setzen, dass produktive Reibungen entstehen. Architektur, Innenarchitektur und Civic Design arbeiten in interdisziplinären Gruppen gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Kultur und Zivilgesellschaft an realen gesellschaftlichen Herausforderungen. Unterschiedliche Perspektiven werden nicht harmonisiert, sondern als Voraussetzung für Erkenntnis und Entwurf verstanden.
Das Reallabor dient dabei als Prüfstein. Gesellschaftliche Wirklichkeit bildet nicht den Hintergrund der Lehre, sondern ihren Ausgangspunkt und ihr Korrektiv. Entwürfe, Konzepte und Strategien werden im internen und externen Dialog mit unterschiedlichen Akteur:innen kontinuierlich überprüft, weiterentwickelt und geschärft.
Das kuratierte Studium versteht sich zugleich als lernendes System. Nicht nur Projekte, sondern auch Lehrformate, Methoden und Formen der Zusammenarbeit werden fortlaufend reflektiert und weiterentwickelt. Lehre wird damit selbst zum Gegenstand kritischer Praxis.
Mit jährlich wechselnden Themen entstehen temporäre Kooperationsräume, in denen bis zu 120 Studierende gemeinsam mit Lehrenden und Expert:innen an einer übergeordneten Fragestellung arbeiten. Projekte wie Learning from Chorweiler, Positions – Dortmund Nordstadt, Hybrid Strip – bonner strasse köln oder StadtLand (IBA Thüringen) untersuchen Architektur als gesellschaftliche Praxis und erproben neue Formen des Entwerfens, Forschens und Zusammenarbeitens.
credits © pbsa, emma van heek, adela hass, hannah buchmann, sofie wolff